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Überwintern im Süden: Was Senioren wissen sollten

Drei fröhliche Senioren baden im Pool mit Schwimmringen.
Inhaltsverzeichnis
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Mildes Klima und viel Sonnenschein: Viele Seniorinnen und Senioren zieht es im Winter in den Süden. Doch was sollten Sie dabei beachten und welche Ziele eigenen sich für ältere Menschen? Eine Expertin hat die besten Tipps.
Das Wichtigste in Kürze

Die Tage werden deutlich kürzer, Temperaturen sinken, und mitunter drückt das Wetter auf Stimmung und Gesundheit. Die Überlegung, Eis, Schnee und tristem Grau zu entkommen, ist nur zu verständlich.

„Gerade ältere Menschen wünschen sich, den kalten Temperaturen zu entfliehen und den Winter im Süden zu verbringen“, sagt Ulrike Ischler, Gründerin von Wir BestAger.

Auch sie reist gerne in der kalten Jahreszeit und weiß: „Damit das gelingt, braucht es gute Information und eine realistische Planung. Viele unterschätzen, wie sehr ein mildes Klima das Wohlbefinden verbessert – aber auch, wie wichtig klare Organisation für einen sicheren Aufenthalt ist.“

 

Über Wir BestAger

Wir BestAger ist eine Plattform, die sich dafür einsetzt, aktives Altern sichtbar zu machen und Menschen ab 50 mit fundierten, alltagsnahen Informationen zu begleiten. Themen wie Gesundheit, moderne Lebensmodelle, soziale Teilhabe und selbstbestimmtes Leben stehen im Mittelpunkt – immer mit dem Ziel, ältere Menschen zu stärken und Orientierung zu bieten.

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1. Warum zieht es so viele Senioren in den Süden?

Die Idee klingt erstmal nur nach Urlaub, doch dahinter steckt viel mehr. Viele ältere Menschen erleben in den Wintermonaten:

  • zunehmende Kälteempfindlichkeit,
  • Gelenkbeschwerden, die sich durch feuchtes, kaltes Wetter verstärken können,
  • weniger Tageslicht und damit ein höheres Risiko für Stimmungsschwankungen,
  • eingeschränkte Mobilität, weil Wege glatt, dunkel oder ungemütlich werden.

Ein Aufenthalt im Süden wirkt sich positiv aus:

  1. Mehr Sonnenlicht – stabilere Stimmung: Sonnenstunden sind in vielen südlichen Ländern selbst im Winter deutlich höher. Vitamin-D-Haushalt, Schlafrhythmus und Stimmung profitieren davon.
  2. Angenehmeres Klima: Wärme kann Gelenke entlasten, die Atmung erleichtern und den Alltag aktiver machen. Spaziergänge, Bewegung und soziale Aktivitäten fallen leichter.
  3. Neue Eindrücke und soziale Kontakte: Viele Regionen sind auf Langzeitgäste eingestellt: Es gibt Gruppen, Gemeinschaftsaktivitäten, Stammtische und Angebote speziell für Senioren.
  4. Teilweise niedrigere Lebenshaltungskosten: In Ländern wie Portugal, Spanien oder der Türkei sind Mieten, Restaurants oder Dienstleistungen oft günstiger.

All diese Effekte können dazu beitragen, dass der Winter nicht nur erträglicher, sondern genussvoll wird.


2. Welche Reiseziele sind besonders beliebt?

Die beliebtesten Ziele lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

Europa: nah, vertraut und unkompliziert

Viele Seniorinnen und Senioren entscheiden sich für:

  • Mallorca
  • Kanaren (z. B. Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote)
  • Algarve (Portugal)
  • Türkische Riviera

Vorteile Europas:

  1. kurze Flugdauer
  2. vertraute medizinische Standards
  3. gute Infrastruktur
  4. unkomplizierte Kommunikation (häufig Deutsch oder Englisch)
  5. EU-Regelungen, die bürokratische Hürden reduzieren

Fernziele: warm, exotisch – aber anspruchsvoller in der Planung

Dazu gehören:

  • Thailand
  • Kapstadt/Südafrika
  • Florida
  • Karibik

Diese Ziele bieten echtes Sommerwetter, bringen aber eine lange Anreise, Visa-Regelungen und höhere Kosten mit sich.

Tipp: Wer gesundheitlich eingeschränkt ist oder lieber nah am Familiennetz bleiben möchte, fährt mit südlichen EU-Ländern wohl besser.


3. Was sollten Senioren vorab unbedingt klären?

Ein Langzeitaufenthalt im Süden ist kein gewöhnlicher Urlaub. Gute Vorbereitung sorgt dafür, dass die Monate im Warmen nicht nur schön, sondern auch sicher sind.

Reisedokumente & Aufenthaltsrecht

  • Innerhalb der EU reicht der Personalausweis.
  • Ab 90 Tagen gelten in manchen Ländern Registrierungspflichten.
  • Außerhalb der EU sind Visum-Fristen besonders wichtig.

Gesundheitliche Vorbereitung

Dazu gehören:

  • ein Check-up vor Abreise
  • genügend Medikamente – und ein Plan, wie man sie im Ausland erhält
  • eine Liste wichtiger medizinischer Unterlagen
  • ein Überblick über Ärzte, Krankenhäuser oder deutschsprachige Praxen am Zielort

Besonders wichtig: eine Auslandskrankenversicherung, die längere Aufenthalte abdeckt.

Sicherung von Wohnung & Haushalt in Deutschland

Diese Punkte bitte nicht vergessen:

  • Postnachsendung oder Nachbarschaftshilfe organisieren
  • Kühlschrank und Geräte leeren, ausschalten oder entkalken
  • Heizung auf Frostschutz stellen
  • Hausabsicherung prüfen (Fenster, Türen, Alarmanlage)

Wer Unterstützung benötigt, kann diese Aufgaben auch über Angehörige oder externe Dienste regeln.

Finanzielle Planung

Die Kosten variieren je nach Zielregion stark:

  • Unterkunft (Ferienwohnung, Apartment, Langzeitmiete)
  • Transport (z. B. Mietwagen, lokale Busse)
  • Lebensmittel und Restaurants
  • Versicherungen
  • eventuelle Visa- oder Registrierungsgebühren

Wichtig ist, realistisch zu kalkulieren und eine Reserve für Unvorhergesehenes einzuplanen.


4. Sicherheit im Ausland – worauf Senioren achten sollten

Sicherheit ist älteren Menschen ein besonderes Bedürfnis – gerade im Ausland sollte man daher auf diese Punkte achten:

Kommunikation & Notfallebene

  • Lokale Notrufnummern speichern
  • Erreichbarkeit für Angehörige sichern (WhatsApp, Telefonflat, WLAN)
  • Kopien aller wichtigen Dokumente digital sichern
  • Im Notfallplan vermerken, wen man im Ausland kontaktieren kann

Barrierearmut & Umgebung

Besonders wichtig:

  • Gibt es Aufzüge in der Unterkunft?
  • Sind die Wege gut beleuchtet?
  • Ist das Gelände eben und sicher begehbar?
  • Gibt es medizinische Versorgung nahe der Unterkunft?

 

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5. So bleibt der Alltag im Süden angenehm und organisiert

Ein Langzeitaufenthalt wird dann wirklich angenehm, wenn der Alltag gut läuft.

Routinen schaffen

  • feste Zeiten für Bewegung
  • soziale Aktivitäten einplanen
  • regionale Märkte, Cafés und Orte besuchen
  • kleine Alltagsrituale etablieren

Kontakt zu anderen Menschen

Viele Senioren, die überwintern, berichten von:

  • neuen Freundschaften
  • gemeinsamer Freizeitgestaltung
  • gegenseitiger Unterstützung im Alltag
  • Lokale Gruppen, Sprachkurse oder Sportangebote helfen beim Ankommen.

Aktiv bleiben

Bewegung fällt im Süden leichter – ob Wandern, Schwimmen oder gemütliche Spaziergänge. Das verbessert:

  • Kreislauf
  • Schlaf
  • Stimmung
  • Muskelkraft
  • Orientierungsfähigkeit

Wer gesundheitliche Einschränkungen hat, sollte Programme wählen, die gut dosierbar sind.


6. Nachhaltigkeit & Verantwortung – ein oft unterschätzter Punkt

Ein längerer Aufenthalt im Süden hat auch einen ökologischen Fußabdruck. Die Tipps von Wir BestAger-Gründerin Ulrike Ischler:

  • längere anstatt häufiger Kurztrips
  • öffentliche Verkehrsmittel statt Mietwagen, sofern möglich
  • lokale Anbieter unterstützen
  • Müll vermeiden, Ressourcen sparsam nutzen

Wer nachhaltig reist, entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Region, die man als Gast besucht. Und ein gutes Gewissen fördert das Wohnbefinden.


7. Checkliste: Was muss unbedingt erledigt werden?

Vor der Abreise:

  1. Reisedokumente prüfen
  2. Auslandskrankenversicherung abschließen
  3. Medikamente einpacken, Rezepte kopieren
  4. Unterkunft organisiert?
  5. Arztadressen im Zielgebiet gespeichert
  6. Wohnung abgesichert
  7. Notfallkontakte erstellt

Während des Aufenthalts:

  •  regelmäßige Erreichbarkeit für Angehörige
  • Notrufnummern griffbereit
  • Kontakte vor Ort pflegen
  • auf Gesundheit achten (Flüssigkeit, Bewegung, Pausen)

Fazit

Das Überwintern im Süden kann für Seniorinnen und Senioren eine echte Bereicherung sein: mehr Sonne, besseres Wohlbefinden, aktiver Alltag, neue Begegnungen und oft geringere Belastungen im Alltag.

Damit der Aufenthalt sicher, entspannt und selbstbestimmt gelingt, braucht es eine gute Planung und ein Bewusstsein für alle wichtigen organisatorischen, gesundheitlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte.

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