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Die altersgerechte Treppe – wie sicher ist Ihre Treppe?

Ein Senior möchte die Treppe hinuntergehen.

Die folgenreichsten Stürze passieren beim Treppensteigen. Derzeit kommen mehr Menschen bei Treppenunfällen ums Leben als im Straßenverkehr: 2013 starben auf deutschen Treppen ca. 4000 Menschen, 17 % mehr als bei Verkehrsunfällen! Was macht also eine sichere und altersgerechte Treppe aus?

Darum eine altersgerechte Treppe: die häufigsten Sturzursachen:

Auf einer Treppe, die nicht altersgerecht gebaut ist, kann schnell etwas passieren. Die häufigsten Ursachen für Stürze sind unter anderem:

  • Steile, glatte oder zu hohe Stufen
  • Hindernisse auf den Stufen
  • Lockere Stufen oder Geländer
  • Unzureichende Beleuchtung
  • Ungeeignetes, schlecht sitzendes Schuhwerk
  • Schlecht sitzende und nicht aktuell angepasste Sehhilfen
  • Zu lange oder zu weite Kleidung, die den Bewegungsablauf behindert
  • Medikamentös bedingte motorische Einschränkungen

Infografik: Die Gefahrenstellen an Treppen
Die Gefahrenstellen erkennen und Maßnahmen zum Umrüsten auf eine altersgerechte Treppe.
Das Risiko, auf der eigenen Treppe zu stürzen, ist hoch. Ein Grund mehr, sich bei der Sicherung der eigenen vier Wände zunächst auf die Treppe zu konzentrieren. Folgende Punkte sollten Sie bei Ihrer Treppe überprüfen und eventuell für eine geplante Treppe im Alter verändern.

Welche Form hat eine altersgerechte Treppe?

Treppen können im Nachhinein kaum noch umgebaut werden. Deshalb sollten Bauherren bereits bei der Planung abwägen, ob sie Wert auf ein architektonisches Highlight legen oder eine praktische breite Treppe bevorzugen, auf der man auch mal bequem sitzen kann. Die Mehrzahl der Treppen, insbesondere bei Einfamilienhäusern, ist eine Halb-Wendeltreppe. Die Treppe dreht sich vom Antritt bis zum Austritt um 180 Grad und ist in der Regel gut begehbar. Besser jedoch sind Treppen mit gerade Läufen, da gewendelte (kurvige) Treppen ungleiche Stufenauftritte haben und dadurch älteren und gehbehinderten Menschen das sichere Begehen erschwert. Ganz schlecht sind steile Treppen. Sie sind nicht nur anstrengender, sondern auch ein Stück gefährlicher. Je weniger Platz Sie für Ihre Füße haben, desto größer ist das Risiko, dass Sie abrutschen. Bequem und sicher ist eine Treppe, wenn sie ein Steigeverhältnis von 28 zu 17 Zentimetern einhält. Eine Spindeltreppe wirkt zwar großzügig, besitzt aber einen geringeren Auftritt. Sperrige Gegenstände wie Wäschekörbe sind so schwierig zu balancieren. Eine solche Treppe ist nur zu empfehlen, wenn es noch eine zweite, breite Treppe als Alternative gibt.   ratgeber die sturzsichere wohnung

Eine altersgerechte Treppe darf keine schmalen Stufen haben

In alten Häusern sehen Sie häufig Treppen mit sehr schmalen Stufen. Da kann es passieren, dass Sie schnell einmal neben die Stufe treten und auf der Treppe stürzen. Zur Vermeidung von Stürzen sollten die Stufen geschlossen sein, d.h. keine vorstehenden Kanten (sogenannte Unterschneidung) haben. Bei hervorstehenden Stufenkanten besteht die Gefahr, dass man mit der Fußspitze an der Kante hängen bleibt und stolpert. Wussten Sie, dass Sie die Stufen Ihrer Treppe durch eine Treppenvergrößerung altersgerecht umbauen und erweitern können? Dadurch stehen Ihre Füße fester auf den Stufen und das Unfallrisiko ist deutlich geringer.

Ein beidseitiger Handlauf macht Sinn für eine Senioren Treppe

Im Optimalfall ist eine Treppe beidseitig mit einem Handlauf versehen, der griffsicher und durchgehend ist und ca. 30 cm über den Treppenanfang und -ende hinausreicht. So ist der Bewegungsablauf von oben bis unten gestützt. Die Anbringungshöhe eines Handlaufes sollte zwischen 0,80 m und 1,15 m betragen. Ergonomisch empfehlenswert für Erwachsene sind Höhen um 90 cm. Die Höhe von wandseitigem Handlauf und geländerverbundenem Handlauf sollte möglichst gleich sein. Der Abstand des Handlaufes von der Wand soll mindestens 5 cm betragen. Der Handlaufanfang sollte so beschaffen sein, dass man nicht an ihm hängen bleibt oder davon abgleitet. Der altersgerechte Handlauf der Treppe sollte ein sicheres Umgreifen ermöglichen.

Eine altersgerechte Treppe ist richtig beleuchtet

   

eine Treppe mit guter Beleuchtung
Die altersgerechte Treppe muss eine gute Beleuchtung haben und macht diese dadurch sicherer
Die Beleuchtung für eine altersgerechte Treppe spielt eine wichtige Rolle: Achten Sie darauf, dass Treppen, insbesondere auch die Kellertreppe, gut und wenn möglich von vorne ausgeleuchtet sind. So erkennen Senioren die Stufen der Treppe und verhindern Fehltritte. Nur wer gut sieht, kann sich auch frei und sicher bewegen. Die richtige Beleuchtung der Treppe vermittelt Sicherheit und motiviert zu mehr Selbstständigkeit im Alter. Für ältere Menschen steigt die Sturzgefahr mit zunehmendem Alter erheblich an. Ein Grund dafür ist das alternde Auge, welches deutlich mehr Licht benötigt. Die Gründe hierfür sind vielseitig: nachlassende Sehschärfe, Eintrübung der Linse, langsameres Umschalten von Fern- auf Nahsehen oder Adaptionsschwierigkeiten bei Helligkeitsunterschieden. Deshalb ist eine ausreichende Beleuchtung unerlässlich, wenn man eine Treppe altersgerecht umbauen möchte. Schatten oder Lichtflecken, die durch Fenster oder Türen entstehen, sollten vermieden bzw. durch richtiges Licht ausgeglichen werden. Experten empfehlen hier eine Beleuchtungsstärke von 300-400 Lux. Direkt abstrahlende Leuchten unterhalb des Gesichtsfeldes (oder des Handlaufs) helfen, indem sie die Stufen visuell hervorheben. Gleichzeitig kann die Beleuchtung das Farbkonzept der Inneneinrichtung unterstreichen. Eine gute Beleuchtung hilft, Stürze von Senioren auf der Treppe zu vermeiden. Oben und unten an der Treppe sollten außerdem Lichtschalter installiert sein. Wichtig ist, dass diese ebenfalls gut sichtbar und möglichst beleuchtet sind. Möchte man eine Treppe altersgerecht umbauen empfiehlt es sich, außerdem Bewegungsmelder zu installieren, die das Licht automatisch einschalten.

Markierungen auf Treppen helfen beim Schutz vor Stürzen von Senioren

Markieren Sie Stufenvorderkanten kontrastreich mit Farbe oder heben Sie die erste und letzte Stufe farblich hervor. Die altersgerechte Treppe lässt sich so durch die Sichtbarkeit und das Erkennen von Treppenanfang und -ende in ihrer Sicherheit bedeutend verbessern.

Eine rutschige Treppe ist keine altersgerechte Treppe

Eine der wichtigsten Eigenschaften einer sicheren Treppe ist eine hohe Rutschfestigkeit. Eine rutschige Treppe ist eine Gefahr. Auch wenn man eine Treppe ruhig hinuntergeht, besteht schon das Risiko für Senioren auf der Treppe zu stürzen.

Beispiele für glatte Treppen:

  • Treppen, auf denen der Teppich bis auf die Trägerschicht verschlissen ist
  • Holztreppen mit vollkommen „ausgetretenen“ Stufen
  • Treppen aus anderen glatten Materialien

So gestalten Sie die Trittstufen für eine altersgerechte Treppe rutschsicher:

Ändern Sie den Stufenbelag oder bekleben Sie die Stufen. Auf Steinstufen können Sie z.B. mit aufgeklebten Gummistreifen und auf glatten Holzstufen z.B. mit fachgerecht aufgeklebten Teppichmatten eine Rutschhemmung erreichen. Auch eine geölte Variante ist weniger rutschig, als eine lackierte oder gewachste Holztreppe. Ausgetretene Stufen sollten ausgebessert oder ausgetauscht werden. Treppen werden so sicherer und bieten mehr Schutz vor gefährlichen Stürzen bei Senioren.

Der Beste Bodenbelag für die altersgerechte Treppe

Möchte man eine Treppe altersgerecht umbauen, eignet sich als Bodenbelag am besten ein einfarbiger, matter Belag (bspw. dunkle Stufen, helle Markierungen). Er sollte auch im feuchten und nassen Zustand rutschsicher sein. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.

Fluoreszierende Streifen auf der Treppe als Schutz für Demenzkranke Senioren

Menschen mit Demenz haben an einer Treppe oft Probleme, die einzelnen Stufen zu erkennen. Mit den fluoreszierenden, selbstklebenden Streifen die auf der Treppe angebracht werden sind die Treppenstufen tagsüber farblich gut markiert und leuchten sogar bei Nacht, was einen höheren Schutz vor Stürzen für die Senioren bedeutet. Außerdem sind sie rutschhemmend. Je nach Modell sind die Treppenstreifen sowohl für die Innenräume als auch für Naßbereiche und den Außenbereich geeignet.

Für eine altersgerechte Treppe Stolperfallen umgehen

Achten Sie darauf, dass die Treppen frei von Stolperfallen sind. Räumen Sie Schuhe, Altpapier etc. weg und verstellen Sie die Durchgänge nicht. Auf der Treppe abgestellte Taschen, Blumen, Vasen, Figuren und ähnliche Dinge können eine Stolpergefahr für Senioren sein. Das Wegräumen dieser Hindernisse bringt Sicherheit. Und zu guter Letzt: Mit zunehmendem Alter sollte auf der Treppe immer der Handlauf benutzt werden!  

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