1. Veränderungen bei Pflegebedürftigen zu spät erkennen
Laut Simone, Pflegeberaterin bei unserem Partner hallo.care werden erste Anzeichen einer Pflegebedürftigkeit häufig übersehen. Dazu zählen etwa Vergesslichkeit, Verhaltensänderungen oder nachlassende Selbstpflege. „Oft spüren Angehörige, dass etwas nicht stimmt, sprechen es aber nicht an“, erklärt Simone.
Ihr Tipp: Veränderungen frühzeitig wahrnehmen, behutsam ansprechen und bei Unsicherheit eine Pflegeberatung nutzen.

2. Konflikte durch fehlende externe Unterstützung
Wenn Pflege innerhalb der Familie organisiert wird, entstehen schnell Spannungen. Schließlich ändern sich in Pflegesituationen die Rollen. Plötzlich sind die Eltern bedürftig und auf Hilfe angewiesen. Besonders kritisch wird es, wenn Entscheidungen allein im Familienkreis getroffen werden.
Simone empfiehlt, frühzeitig externe Fachstellen einzubeziehen – etwa Pflegestützpunkte oder hallo.care. Eine neutrale Pflegeberatung hilft, Konflikte zu vermeiden und klare Strukturen zu schaffen. „Häufig werden auch die Ratschläge von Fachleuten besser angenommen“, so Pflegeberaterin Simone.

3. Pflegeaufwand wird häufig unterschätzt
Viele Angehörige erkennen laut Simone nicht, dass sie bereits umfangreiche Pflege leisten. Dadurch steigt die Belastung oft unbemerkt. Ein Pflegetagebuch hilft, Aufgaben und Zeitaufwand sichtbar zu machen und besser zu organisieren.
4. Leistungen der Pflegekasse bleiben ungenutzt
Ein häufiger Fehler ist es, vorhandene Leistungen der Pflegeversicherung nicht zu beantragen oder zu nutzen.
Dazu gehören unter anderem:
- Pflegegeld
- Entlastungsbetrag
- Verhinderungspflege
- ambulante Dienste
- Pflegeberatung nach § 7a SGB XI
- Hilfsmittel wie Hausnotrufe
Simone betont, dass diese Leistungen den Pflegealltag deutlich erleichtern können: „Es ist deshalb wichtig, so früh wie möglich einen Pflegegrad zu beantragen, damit diese auch genutzt werden können.“
Gut zu wissen
Die Pflegekasse zahlt auch die monatlichen Kosten für einen Hausnotruf und unterstützt unseren mobilen Notruf „der Butler“. Unsere Notrufgeräte ermöglichen im Notfall schnelle Hilfe und ermöglichen ein längeres, selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden.
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5. Pflichtberatungen nach § 37.3 SGB XI werden vergessen
Regelmäßige Beratungseinsätze sind bei häuslicher Pflege gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch werden sie im Alltag häufig übersehen. „Viele Angehörige verlieren diese Termine im Alltag aus dem Blick“, so Simone.
Wichtig: Werden diese Beratungseinsätze nicht wahrgenommen, kann das Pflegegeld gekürzt werden.
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6. Eigene Belastung wird unterschätzt
Pflegeexpertin Simone warnt besonders vor Überlastung. Viele Angehörige versuchen, Pflege, Beruf und Familie gleichzeitig zu stemmen. Das kann langfristig zu Erschöpfung oder Burnout führen.
Entlastung:
- Pflegedienste
- Verhinderungspflege
- Pflegekurse
- Selbsthilfegruppen
7. Wohnumfeld wird nicht angepasst
Sturzrisiken in der Wohnung werden häufig unterschätzt. Teppiche, Kabel oder ungeeignete Badezimmer erhöhen die Gefahr von Unfällen.
Die Pflegeversicherung unterstützt wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme ab Pflegegrad 1. Mit diesem Geld kann etwa die Badewanne zur barrierefreien Dusche umgebaut werden.

8. Zu viel Hilfe nimmt Selbstständigkeit
Simone weist darauf hin, dass Angehörige oft zu viel übernehmen. Dadurch geht Selbstständigkeit verloren.
Besser ist es, vorhandene Fähigkeiten zu fördern und Alltagsaufgaben so weit wie möglich selbst erledigen zu lassen. Das kann mehr Zeit in Anspruch nehmen, hilft aber, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu erhalten.
9. Pflege wird zu spät besprochen
Viele Familien sprechen erst über Pflege, wenn ein akuter Fall eintritt. Dann fehlen oft wichtige Regelungen. Simone empfiehlt, frühzeitig über Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Pflegeorganisation zu sprechen.
Fazit
Viele typische Fehler in der Pflege entstehen nicht aus mangelnder Fürsorge, sondern aus Überforderung und fehlender Information. Pflegeexpertin Simone rät daher, frühzeitig Unterstützung anzunehmen und die eigene Belastung ernst zu nehmen.
Unser Partner hallo.care unterstützt Sie dabei mit individueller Pflegeberatung und praktischer Hilfe im Alltag.
Unsere Pflegeberaterin empfiehlt:
„Erhalten Sie Pflegegeld? Dann denken Sie bitte daran, dass ab Pflegegrad 2 die halbjährliche Pflegeberatung gesetzlich vorgeschrieben ist.“