Ob Hammer- oder Speerwurf: Leichtathlet Wolfgang Kownatka gewinnt mit 87 Jahren noch immer bei Weltmeisterschaften. “Ich fühle mich topfit. Vielleicht bin ich nicht mehr so schnell wie früher. Sonst habe ich keine Beschwerden”, so Kownatka aus Sinzig bei Bonn. Dass er im hohen Alter so vital ist, ist für ihn ein großes Glück. Doch er ist überzeugt, dass er seine Gesundheit nicht nur seinen guten Genen verdankt.
Lebensstil ist wichtiger als Gene
Die Forschung gibt ihm recht. Viele Studien haben sich mit der Langlebigkeit befasst – auch Longevity genannt. Das Ergebnis: Die äußeren Faktoren haben einen größeren Einfluss auf ein gesundes und langes Leben als die Erbanlagen. Laut einer Zwillingsstudie aus Dänemark hängt 20 Prozent der durchschnittlichen Lebenserwartung von den Genen ab. Die restlichen 80 Prozent werden vom Lebensstil bestimmt.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Universität Oxford: Das Risiko früh zu sterben, wird nur zu 2 Prozent von den Genen bestimmt. Zu 17 Prozent wird es von Umweltfaktoren beeinflusst. Folgende Faktoren entscheiden laut der Studie größtenteils über ein langes Leben:
- Lebensumstände
- sozioökonomischer Status
- Finanzen
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So steigt ihre Lebenserwartung um mehr als 20 Jahre
Das Rauchen hat dabei den größten Einfluss auf die Sterblichkeit. Doch auch die Schlafqualität, die Bewegung, ob man mit einem Partner zusammenlebt oder nicht, spielen eine Rolle. Entscheidend sind auch die finanzielle Situation, der Beschäftigungsstatus, das Einkommen und die Wohnungsgröße. Die Auswirkungen sind enorm, haben auch Wissenschaftler der Harvard Medical School herausgefunden. Gemäß der US-Studie leben gesundheitsbewusste Männer durchschnittlich 24 Jahre und gesundheitsbewusste Frauen 21 Jahre länger!
Wer dies erreichen will, sollte demnach diese acht Punkte umsetzen:
- regelmäßige Bewegung
- guter Schlaf
- keine Abhängigkeit von Opioiden
- kein Rauchen
- wenig Alkohol und kein Bingedrinking (das sind mehr als fünf Gläser pro Trinkgelegenheit)
- gute Stressbewältigung (keine Angststörungen oder Depressionen)
- ausgewogene und überwiegend pflanzlich basierte Ernährung
- positive soziale Beziehungen
Viele Krankheiten lassen sich vermeiden
Einen großen Einfluss auf die Lebenserwartung haben auch chronische Krankheiten. So zählen in Deutschland Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen.
Laut den US-Forschenden lassen sich aber durch einen gesunden Lebensstil viele davon vermeiden. Nämlich: 90 Prozent der Diabetes-Fälle, 80 Prozent der koronaren Herzkrankheiten, 70 Prozent der kardiovaskulären Mortalität und 50 Prozent der Krebsmortalität.
Gesunde Gewohnheiten mit Genuss
Zurück nach Deutschland zum Leichtathlet Wolfgang Kownatka. Der 87-Jährige befolgt genau diese Punkte, die laut der Forschung für ein längeres Leben sorgen. So trainiert er mehrmals pro Woche Leichtathletik im örtlichen Verein und bei flotten Märschen sammelt er täglich viele Schritte. “Sport ist mein Jungbrunnen”, sagt er.
Zudem ist er sozial engagiert und hilft gerne seinen Nachbarn. Geistig hält er sich fit, indem er etwa Gedichte für seine Website schreibt. “Man darf nie aufhören, geistig und körperlich aktiv zu sein. Sonst baut man im Alter schnell ab”, so der einstige Pressesprecher und Journalist.
Doch etwas ist bei all diesen Gewohnheiten entscheidend. Wolfgang Kownatka übertreibt nicht und genießt auch gerne. Er und seine Frau achten etwa auf eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Fisch. Doch es darf auch mal ein Stück Kuchen oder ein Glas Wein sein. Auch beim Sport hört er auf seinen Körper. Bei Schmerzen oder Müdigkeit reduziert er das Training. Ebenfalls wichtig ist ihm das Soziale beim Sport: Neid und Missgunst haben dort für ihn nichts verloren.
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Die Persönlichkeitsmerkmale der 100-Jährigen
Dass eine solche Einstellung die Lebensdauer beeinflusst, haben spanische Forschende herausgefunden. Sie führten Interviews mit 19 Personen im Alter zwischen 100 und 107 Jahren – acht Persönlichkeitsmerkmale haben diese gesunden 100-Jährigen gemeinsam:
- Vitalität: Die Befragten haben einen großen Lebenswillen. Sie existieren nicht nur.
- Soziale Interaktion: Sie sind sozial, selbstlos und pflegen herzliche Beziehungen
- Verbindlichkeit: Sie sind ehrlich, verantwortungsbewusst und haben Durchhaltevermögen.
- Selbstbestimmtheit: Sie lebten und leben selbstbestimmt und unabhängig.
- Neugierde und geistige Aktivität: Sie haben Spaß am lebenslangen Lernen. Viele von ihnen sind sehr belesen. Auch sind sie neugierig und mögen neue Herausforderungen.
- Intelligenz: Sie sind in der Lage, Probleme zu lösen und sind Autodidakten. Ihre ausgeprägte Intelligenz ist aber nicht auf ihren Bildungsabschluss oder ihren früheren Beruf zurückzuführen.
- Positive Grundhaltung: Auch wenn das Leben nicht immer einfach ist, haben die Befragten noch eine positive Grundeinstellung und empfinden Dankbarkeit.
- Resilienz: Sie können besonders gut mit Schwierigkeiten umgehen und sich davon erholen.
Warum leben in einigen Regionen so viele 100-Jährige?
Apropos 100-Jährige: Es gibt 5 Regionen auf dieser Welt, die sogenannten Blue Zones, in denen Menschen überdurchschnittlich lange und gesund leben. Viele Bewohner dort werden 100 Jahre alt oder mehr. Dabei leiden sie selten unter chronischen Krankheiten wie Demenz, Diabetes, Krebs oder Herzproblemen.
Folgende Blue Zones gibt es:
- Die Okinawa-Inseln in Japan
- Loma Linda in Kalifornien
- Sardinien in Italien
- Nicoya in Costa Rica
- Ikaria in Griechenland
Gemäß Forschern haben die Menschen in diesen Regionen folgende gesunden Gewohnheiten und Verhaltensweisen:
Bewegung – täglich und mit Freude
Hundertjährige sind keine Marathonläufer – aber sie bewegen sich jeden Tag. Spaziergänge, Gartenarbeit, kleine Hausarbeiten oder auch Tanzen halten den Kreislauf in Schwung. Häufig bewältigen sie auch Steigungen, was die Muskulatur zusätzlich trainiert. Entscheidend ist jedoch nicht die sportliche Höchstleistung, sondern die Regelmäßigkeit und Freude an der Bewegung.
Gesunde Ernährung – einfach, vorwiegend pflanzlich und ausgewogen
Die Ernährung der Hundertjährigen ist meist schlicht, regional und frisch: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte und wenig Fleisch. Auch Nüsse und gesunde Fette wie Olivenöl werden gerne verzehrt. Verarbeitete Lebensmittel mit zugesetztem Zucker werden hingegen gemieden. Auch ein Glas Rotwein oder ein Stück Schokolade sind erlaubt – aber in Maßen. Entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung ohne strikte Verbote.
Mentale Stärke – Gelassenheit im Alltag
Ein weiteres Geheimnis: Hundertjährige lassen sich von Sorgen nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Sie haben gelernt, Krisen zu überstehen, ohne daran zu zerbrechen. Gelassenheit, Humor und Dankbarkeit sind Schlüssel für ein langes, erfülltes Leben.
Stressreduktion
Ein stressfreies Leben führen die Bewohnenden der Blue Zones nicht. Doch sie können den Stress durch Routinen gut abbauen. So gönnen sie sich etwa tagsüber kurze Schläfchen oder meditieren regelmäßig.
Soziale Kontakte
Fast alle Hundertjährigen haben eines gemeinsam: enge soziale Bindungen. Familie, Freunde, Nachbarn oder eine Gemeinschaft geben Sicherheit, Freude und das Gefühl gebraucht zu werden. Soziale Kontakte stärken nicht nur die Seele, sondern nachweislich auch das Immunsystem.
Sinn im Leben – immer etwas, das Freude macht
Ob Gartenarbeit, Handarbeiten, Musik oder das Zusammensein mit Enkelkindern: Hundertjährige haben oft kleine Aufgaben oder Leidenschaften, die ihnen einen Grund geben, morgens aufzustehen. Ein Zweck im Leben hält aktiv und motiviert.
Fazit: Das Geheimnis der Langlebigkeit ist schnell gelüftet
Das mit dem langen Leben ist gar nicht so kompliziert. Guter Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Beziehungen erhöhen die Chancen, gesund alt zu werden.
Alles mit Maß lautet das Motto von vielen langlebigen Menschen. Auch kommt bei ihnen die Freude und der Genuss nicht zu kurz. Sie bleiben stets neugierig und pflegen gute Beziehungen.
Doch man kann sich noch so gesund verhalten: Eine Garantie auf ein gesundes Leben gibt es nicht. Und selbst wenn wir nicht alle 100 Jahre alt werden: Wer sich diese Lebensweise zum Vorbild nimmt, gewinnt in jedem Fall mehr Lebensqualität – unabhängig vom Alter.