Suche
0
0,00 €
Warenkorb
empty cart Ihr Warenkorb ist gerade leer! Return to Shop

Nähe und Distanz in der Pflege – Herausforderung und Chance

Inhaltsverzeichnis
Noch Fragen? Wir helfen Ihnen gerne persönlich weiter.
Nähe und Distanz in der Pflege ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Hier findest Du 12 hilfreiche Tipps für die Pflege auf Distanz.
Das Wichtigste in Kürze

Nähe und Distanz in der Pflege sind der Mobilität und der Globalisierung geschuldet

Heutzutage ist es für viele normal, wenn der Besuch bei und von (Groß-)Eltern nur monatlich oder in den Ferien möglich ist. Nicht selten leben Familienmitglieder in einer anderen Stadt oder sogar in einem anderen Land. Lebensmittelpunkte verschieben sich. Dies geht einher mit der erhöhten Mobilität in einer globalisierten Welt.

Was, wenn nun die betagten Angehörigen nicht mehr selbstständig leben können, das eingeübte Räderwerk von gegenseitigen Besuchen ins Stocken kommt? Oft können oder wollen Angehörige berufs- oder familienbedingt nicht zurück in die Nähe der Betreuungsbedürftigen ziehen, um die Pflege zu übernehmen.

Nähe und Distanz in der Pflege bereiten viel Sorge

Angesichts der steigenden Mobilität im Privat- und im Arbeitsleben wird es immer weniger selbstverständlich, dass pflegende Angehörige vor Ort leben und sich hauptverantwortlich um ältere hilfebedürftige Personen kümmern können. So wie unsere Fallbeispiele Alexander König und Carmen Bonfiglio. Alexander König sitzt sozusagen auf heißen Kohlen. Er hört im 10-Uhr-Meeting nur mit halbem Ohr zu, checkt sein Handy alle paar Minuten und geht mittags nicht in die Kantine, weil dort der Empfang so schlecht ist.

Gegen 17 Uhr endlich ruft der Hausarzt zurück. Und verspricht, noch am gleichen Abend bei Königs Mutter Margarethe vorbeizufahren. „Am liebsten hätte ich sie selber einfach ins Auto gepackt und zum Arzt gebracht“, erinnert sich König. Doch genau das ist das Problem: Der 48-Jährige wohnt in Freiburg, hat hier einen guten Job und seine Kinder gehen in Freiburg zur Schule. Seine Mutter hingegen wohnt in Bremen. Als sie ihm fast widerwillig von dem „kleinen Sturz“ und „nur einer Prellung irgendwie an der linken Seite“ berichtet, sind dem IT-Spezialisten die Hände gebunden.

„Sie hat sich geweigert, mit dem Taxi zum Arzt zu fahren, das sei nichts weiter“, erzählt König, „also habe ich von hier aus versucht, mich so gut es geht zu kümmern.“ Er hat den Arzt vorbeigeschickt und eine Nachbarin, die nach der 79-Jährigen geschaut hat. Eine Freundin hat zudem versprochen, in den folgenden Tagen die Einkäufe zu erledigen. „Das große Glück“, sagt Alexander König, „ist das gute Netz, das meine Mutter und ich vor Ort haben. Ohne das würde es nicht funktionieren.“ Seit fünf Jahren orchestriert Alexander König, Einzelkind, zunehmend das Leben seiner Mutter aus der Ferne.

Margarethe König ist nicht pflegebedürftig, aber ganz ohne Unterstützung kann sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Nach einem hartnäckigen Infekt war sie lange schwach, ihr Sohn organisierte gegen ihren Protest für drei Wochen Essen auf Rädern, das sie dann doch dankbar annahm. Sie muss an wichtige Termine erinnert werden und kann den Antrag für einen Treppenlift nicht alleine ausfüllen. Es gibt Phasen, in denen ihr Sohn ein ungutes Gefühl hat, dann klingelt die Nachbarin öfter.

So müssen auch andere mit Nähe und Distanz in der Pflege klarkommen

Eine pflegende Angehörige sitzt gestresst auf ihrem Sofa.
Pflege auf Distanz kann an einigen Tagen sehr stressig werden. Besonders dann, wenn der Angehörige um Hilfe ruft.

Szenenwechsel zu Carmen Bonfiglio, die jederzeit mit einem Anruf rechnet: während einer Konferenz, beim Mittagessen oder auf dem Spielplatz. Sobald die Hamburger Vorwahl auf dem Display erscheint, weiß sie: Sie muss rangehen. Es könnte dringend sein. „Guten Tag, Frau Bonfiglio? Wir sind hier bei Ihrer Mutter“, heißt es dann.

Beide Eltern brauchen inzwischen sehr viel Unterstützung – mehr, als sich mit Job, Familie und dem eigenen Leben auffangen lässt. Und sie wohnen fast 650 Kilometer entfernt von Carmen, ebenso wie die Geschwister: „Also müssen wir ihr Leben aus der Ferne organisieren: Arzttermine und Notfälle, Steuererklärung, Post, Rechnungen, neue Socken, Wasser im Haus – und vor allem jemanden, der sich um die beiden kümmert.“

Und wenn man glaubt, alles sei erledigt, kommt der nächste Anruf: Der Nachbar meldet, dass ein Dachziegel heruntergefallen ist. Also wieder der Geschwister-Chat: Wer war noch einmal der Handwerker, der letztes Jahr das Dach gemacht hat?

In Nordamerika ist das Phänomen von Distanz in der Pflege schon länger bekannt

Bei Alexander König und Carmen Bonfiglio handelt es sich um fiktive Personen. Doch es gibt immer mehr Menschen wie sie, die sich aus räumlicher Distanz um die Pflege ihrer Eltern kümmern. Ein Phänomen, das in den USA und Kanada, Ländern mit großen Entfernungen, schon länger bekannt ist. Daher stammt auch der Begriff „Distance Caregiving“, also Pflege oder Fürsorge über Distanz. Kliniken, Pflegeheime und Arztpraxen veröffentlichen dort eigene Ratgeber und Handzettel für „Distance Caregivers“. Wissenschaftliche Studien haben sich mit dem Thema beschäftigt.

In Deutschland beginnt man gerade damit. Pflegende Angehörige, also die, die ihre Eltern zu Hause pflegen, leisten Unglaubliches und bekommen dafür viel zu wenig Unterstützung. Noch weniger sprechen wir über ein Modell, das im Vergleich einfacher ist, aber dennoch eine große Belastung darstellt: die Pflege auf räumliche Distanz.

Vor zwei Jahren war Pflege auf Distanz noch undenkbar

Für Carmen Bonfiglio wäre es vor zwei Jahren noch kaum denkbar gewesen, sich trotz der großen Entfernung um ihre Eltern kümmern zu können. Heute gelingt es – allerdings nur, weil sie ständig Lösungen improvisieren muss. Mal fehlt eine passende Vollmacht, mal funktioniert die Weiterleitung der Post nicht wie vorgesehen. Vieles lässt sich nur dank einiger verlässlicher Menschen im Umfeld ihrer Eltern auffangen.

Auch deshalb fährt Carmen regelmäßig die fast 650 Kilometer zu ihnen. Wenn die Situation besonders schwierig ist, macht sie sich jede Woche auf den Weg, ansonsten etwa einmal im Monat. Sie verbringt gerne Zeit mit ihren Eltern, auch wenn die Besuche fast immer mit neuen Aufgaben verbunden sind. Dass sie diese Strecke und den Aufwand auf sich nimmt, können viele Menschen in ihrem Umfeld nur schwer verstehen.

Eine Anleitung für Pflege auf Distanz gibt es nicht

Eine Tochter kniet neben ihrer Mutter, die im Rollstuhl sitzt.
Eine Anleitung für die Pflege auf Distanz gibt es noch nicht. Man muss sich selber organisieren.

Für ihr Lebensmodell gibt es keinen fertigen Plan, an dem sich Angehörige orientieren können. Alexander König beschreibt, wie er zunächst selber nach Antworten suchen musste. Er telefonierte mit Kirchengemeinden, Caritas-Stellen und Pflegeberatungen und versuchte herauszufinden, wie sich der Alltag für einen anderen Menschen organisieren lässt: Wer übernimmt gelegentlich das Vorlesen? Wo findet sich ein Hausarzt, der Hausbesuche macht, oder eine geeignete Pflegekraft? Wie lässt sich ein Treppenlift finanzieren? Und wie kann man sich darauf einstellen, dass sich die Situation immer wieder verändert?

Dabei wurde ihm schnell klar: Die Verantwortung bleibt letztlich bei den Angehörigen. Was fehle, sei eine Art professioneller Kümmerer, der die Familie durch den gesamten Prozess begleitet. Stattdessen müsse man sich vieles selber zusammensuchen und sich von Hinweis zu Hinweis hangeln. Mal führt eine Empfehlung zu einer Pflegeberatung, mal zu einem anderen Unterstützungsangebot – und jedes Mal keimt die Hoffnung auf, nun endlich die richtige Anlaufstelle gefunden zu haben.

Doch häufig führt auch das nicht weiter. Alexander geht es nicht um einzelne Tipps, etwa wo sich eine barrierefreie Badewanne bestellen lässt. Was die Angehörigen vielmehr brauchen, sei jemand, der den Überblick behält: über die unzähligen Formulare und Anträge, über Arzttermine und Zuständigkeiten.

Gut zu wissen

Die Pflegeberaterinnen unseres Partners hallo.care helfen Pflegenden auf Distanz, die häusliche Pflege so optimal wie möglich zu gestalten – die Beratungen bieten einen umfassenden Überblick und beinhalten auch, das Ausfüllen von Formularen. Ab Pflegegrad 2 sind die halbjährlichen Beratungseinsätze verpflichtend. Klicken Sie auf den unten stehenden Banner, um mit uns Kontakt aufzunehmen. 

Unsere Pflegeberaterin empfiehlt:

Haben Sie Fragen zur Pflegereform und zu Veränderungen, die Sie betreffen könnten?

Wir beraten Sie gerne.

Tipps für die Pflege auf Distanz

  1. Erstellen Sie am Anfang einen Plan und notieren Sie, was Ihre Eltern alles benötigen. Und was Sie alles organisieren müssen.
  2. Machen Sie sich Notizen über die gesundheitliche Verfassung Ihres Angehörigen und über alle rechtlichen und finanziellen Aspekte. Lassen Sie sich rechtzeitig von Ihren Eltern Vollmachten erteilen – zum Beispiel eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht. Damit im Falle der Betreuungsbedürftigkeit ein gerichtliches Eingreifen und eine Betreuung durch einen „unbekannten“ Dritten vermieden wird.
  3. Geht es dem Elternteil in der Ferne plötzlich schlecht, ist ein gutes, verlässliches Netzwerk vor Ort sehr wichtig, ansonsten macht man sich viele Sorgen. Binden Sie also Nachbarn, Freunde und Verwandte, die in der Nähe wohnen, mit ein.
  4. Notieren Sie sich auch Kontakt-Telefonnummern, Informationen zu Versicherungen, Kontonummern und andere wichtige Details.
  5. Wichtig ist einen Hausarzt zu haben, der auch gelegentlich Hausbesuche durchführt oder im Bedarfsfall nach Ihren Eltern schaut. Sprechen Sie mit ihm darüber und teilen Sie auch Ihre Sorgen mit.
  6. Versuchen Sie, sich über lokale Angebote und Möglichkeiten zu informieren. Beispielsweise ein Pflegedienst und eine Alltagsassistentin, die sich um die pflegebedürftigen Eltern kümmern und ihnen im Alltag etwas Abwechslung gibt.
  7. Wenn die Eltern nicht mehr kochen können oder wollen, sollte man nicht scheuen, „Essen auf Rädern“ für die Eltern zu bestellen. Oder die Nachbarn animieren, vielleicht ein bisschen mehr zu kochen.
  8. Für die Einkäufe existieren mittlerweile viele Lieferdienste, die Getränke oder Lebensmittel, nach Hause liefern. Es ist auch viel Nachbarschaftshilfe zu sehen, die solche Hilfe organisiert.
  9. Organisieren Sie regelmäßige Besuche von Nachbarn, Freunden und Familienmitgliedern. Dadurch verhindern Sie, dass Ihr Elternteil vereinsamt. Darüber hinaus könnten diese Sie auf dem Laufenden halten, wie es Ihrem Angehörigen geht.
  10. Es ist natürlich von Vorteil, wenn Sie die Ihnen nahestehende Person so oft wie möglich selber besuchen. Dann können Sie sich selbst ein Bild von ihren körperlichen, emotionalen und finanziellen Bedürfnissen machen. Wenn Sie keine Möglichkeit für einen persönlichen Besuch haben, können Telefon, Handy und Internet helfen, den Kontakt zu halten.
  11. Skype, WhatsApp, Facebook Messenger und Apple FaceTime helfen, sich nicht aus den Augen zu verlieren.
  12. Ein Hausnotruf sollte Pflicht sein, wenn Sie Pflege auf Distanz durchführen. Durch einen Hausnotruf können die Eltern in einem Notfall selbständig Hilfe rufen. Allerdings gibt es beim Hausnotruf eine Versorgungslücke.

Wichtig: Ein Hausnotruf alleine reicht bei der Pflege auf Distanz nicht

Wer einen Hausnotruf möchte, muss einen Angehörigen als Ansprechpartner angeben. Diese sollte im Notfall erreichbar sein, um dem Rettungsdienst die Tür zu öffnen oder gleich selbst zu helfen. Diese Kontaktperson sollte in der Nähe wohnen, was bei Pflegenden auf Distanz nicht der Fall ist.

Trotzdem müssen Seniorinnen und Senioren ohne Angehörige in der Nähe nicht auf ein Notrufgerät verzichten. Der Vor-Ort-Service ProVita Assist kümmert sich um sie. Dessen Mitarbeitende rücken bei nicht-medizinischen Notfällen rund um die Uhr aus. Dank eines sicher hinterlegten Schlüssels gelangen sie innert kürzester Zeit in die Wohnung, wenn ein Senior beispielsweise nach einem Sturz die Tür nicht mehr selber öffnen kann. Klicken Sie auf den unten stehenden Banner, wenn Sie eine Beratung möchten. 

ProVita Assist,
Hausnotruf weiter gedacht.

Die schnelle Hilfe bei kleineren Notfällen – jederzeit, auch wenn Angehörige nicht erreichbar sind.

✓ Jederzeit erreichbar
✓ Alle Einsätze inklusive
✓ Innerhalb von 45 Minuten vor Ort
✓ Sichere Schlüsselhinterlegung

Auch in Deutschland unterstützen viele die Eltern aus großer Distanz

„Bei Pflegenden auf Distanz handelt sich um eine Personengruppe, die nicht unsichtbar bleiben sollte“, sagt Annette Franke von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg zur „Zeit“. Die Professorin für Gesundheitswissenschaften, Soziale Gerontologie und Methoden und Konzepte der Sozialen Arbeit beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Pflege- und Hilfepotenzialen über Distanzen und Grenzen hinweg.

Genaue Zahlen über Distance Caregivers in Deutschland fehlen bislang: „Doch in Deutschland können wir davon ausgehen, dass ungefähr 25 Prozent über eine weitere Distanz regelmäßig Angehörige unterstützen“, sagt Franke.

Distance Caregivers werden gesellschaftlich kaum wahrgenommen

Allerdings, das haben sie und ihr Team in Interviews festgestellt, sehen sich viele gar nicht als pflegende Angehörige. Mit dem Begriff der Pflege verbinden die meisten Aufgaben wie Kochen, Hilfe im Haushalt und bei der Körperpflege. Wer per Mail und Telefon Hilfe organisiert, Termine managt, Dokumente an Ämter schickt und mit Anrufen auch emotionale Unterstützung sichert, bucht das selbst nicht als Pflege ab.

Ein Problem, das sich Franke zufolge auch darin zeigt, wie Distance Caregivers gesellschaftlich wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Das müssen auch Bonfiglio und König immer wieder feststellen, doch sie verteidigen ihre Art der Pflege aus der Distanz. Wer sich auf Distanz um jemanden kümmert, stößt damit kaum auf Verständnis. Viele fragen sich, warum man das überhaupt macht, das sind noch die Netteren. Die meisten finden, dass es unnötiger Stress ist. Es gebe doch heute so tolle Seniorenheime.

„Ich finde das nicht. Unser Modell ist eine Katastrophe, und doch ist es mir unendlich lieber, weil ich so viel mehr Zeit mit meinen Eltern verbringen kann und weiß, dass sie dort leben, wo sie sich wohlfühlen“, erzählt Carmen. In einem Heim wären wir alle fremd, ich käme immer nur zu Besuch, müsste mich orientieren an dem Stundenplan, dem dort alles unterworfen ist. „Mit der Pflege auf räumliche Distanz kann ich zumindest soweit selbst für meine Eltern sorgen, dass ich regeln kann, wer sie täglich umsorgt und wie“, erklärt König.

Experten gehen davon aus, dass es immer mehr Distance Caregivers geben wird

Experten gehen davon aus, dass es immer mehr Distance Caregivers geben wird. Und: Sie werden jünger: „Derzeit sind die Distance Caregivers im Schnitt Mitte 50, doch dadurch, dass die Familienplanung immer weiter nach hinten verschoben worden ist, wird sich das verlagern auf Mitte 40“, prophezeit Annette Franke.

Das mache es zwingend notwendig, dass das Thema mehr in den Fokus genommen werden müsse: „Wir sind zwar damit überall offene Türen eingerannt, egal ob bei Betrieben, Angehörigen oder dem Familienministerium, die Resonanz war überall hoch. Doch aktuell fehlen eben noch Konzepte, wie man betroffene Angehörige beraten und unterstützen könne.

Halbjährliche Pflegeberatung
nicht verpassen?

Ab Pflegegrad 2 ist die verpflichtende, regelmäßige Pflegeberatung vorgeschrieben, wenn Sie Pflegegeld erhalten.

✓ Pflegegeld sichern – Kürzungen oder Streichungen vermeiden
✓ Gesetzliche Vorgaben erfüllen
✓ Überprüfung des Pflegegrades
✓ Entlastung für pflegende Angehörige

Pflege auf Distanz: die häufigsten Fragen und Antworten

Was bedeutet Nähe und Distanz in der Pflege?

Nähe und Distanz in der Pflege beschreibt einerseits das richtige Verhältnis zwischen persönlicher Zuwendung und professioneller Abgrenzung. Andererseits kann damit auch Pflege auf Distanz gemeint sein – etwa wenn Angehörige ihre pflegebedürftigen Eltern oder andere Familienmitglieder aus einer anderen Stadt oder über größere Entfernung unterstützen. Dabei geht es darum, wie sich Pflege und Unterstützung trotz räumlicher Distanz organisieren lassen.

Welche Beispiele gibt es für Nähe und Distanz in der Pflege?

Nähe und Distanz können in der Pflege ganz unterschiedlich aussehen. Dazu gehört zum Beispiel Pflege auf Distanz, wenn Angehörige weit entfernt wohnen und trotzdem Arzttermine, Pflege, Behördengänge oder Unterstützung im Alltag organisieren. Nähe zeigt sich dagegen durch persönliche Zuwendung, gemeinsames Zeitverbringen, Zuhören oder konkrete Hilfe vor Ort. Gleichzeitig ist es wichtig, Grenzen zu respektieren und Verantwortung nicht vollständig selbst zu übernehmen. Gerade Angehörige können durch die Unterstützung von Pflegediensten, anderen Familienmitgliedern oder Beratungsstellen die nötige Distanz schaffen und einer Überlastung vorbeugen.

Wie kann man die Pflege organisieren, wenn man weit entfernt wohnt?

Wichtig ist eine gute Aufgabenverteilung. Arzttermine, Behördengänge und organisatorische Aufgaben lassen sich teilweise aus der Ferne erledigen. Für die Betreuung vor Ort können Angehörige, Pflegedienste, Nachbarschaftshilfen oder andere Unterstützungsangebote einbezogen werden.

Was tun, wenn man die Pflege nicht mehr schafft?

Wenn die Pflege zur Belastung wird und Sie merken, dass Sie sie allein nicht mehr bewältigen können, sollten Sie frühzeitig Unterstützung suchen. Eine Pflegeberatung kann dabei helfen, den Pflegebedarf einzuschätzen und passende Leistungen und Hilfsangebote zu finden. Je nach Situation kommen beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst, eine Tages- oder Kurzzeitpflege, eine Haushaltshilfe oder die Unterstützung durch Angehörige infrage. Wichtig ist: Pflege muss nicht allein geleistet werden. Wer rechtzeitig Hilfe organisiert und Aufgaben abgibt, schützt auch die eigene Gesundheit und kann die Betreuung langfristig besser bewältigen.

Gibt es auch bei der Pflege auf Distanz Pflegegeld?

Ja, auch bei Pflege auf Distanz kann ein Anspruch auf Pflegegeld bestehen. Voraussetzung ist unter anderem, dass mindestens Pflegegrad 2 vorliegt und die häusliche Pflege sichergestellt ist. Dabei müssen Angehörige nicht zwingend am selben Ort oder im selben Haushalt wohnen. Das Pflegegeld wird an die pflegebedürftige Person ausgezahlt, die frei darüber verfügen kann. Es kann beispielsweise als Anerkennung an Angehörige weitergegeben werden, die sich trotz räumlicher Entfernung um die Pflege und Organisation kümmern.

Welche Unterstützung gibt es bei Pflege auf Distanz?

Angehörige können sich Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, eine Tagespflege, einen Betreuungsdienst oder eine Haushaltshilfe holen. Auch Pflegeberatung und Pflegekassen können dabei helfen, passende Angebote vor Ort zu finden.

Kann man Pflege auf Distanz auch mit einem Vollzeitjob bewältigen?

Das hängt stark vom Pflegebedarf und der vorhandenen Unterstützung ab. Viele organisatorische Aufgaben lassen sich zwar flexibel aus der Ferne erledigen, trotzdem kann die Belastung erheblich sein. Eine klare Aufgabenverteilung innerhalb der Familie und professionelle Hilfe vor Ort können entlasten.

Wer hilft, wenn bei der Pflege auf Distanz plötzlich ein Notfall eintritt?

Für medizinische Notfälle ist der Rettungsdienst zuständig. Mit einem Hausnotruf kann jederzeit Hilfe angefordert werden. Für kleinere Missgeschicke empfehlen wir zusätzlich zum Hausnotruf unsere Vor-Ort-Hilfe ProVita Assist. Dieser Service rückt jederzeit aus, um zu helfen – etwa wenn ein Senior nach einem Sturz nicht mehr aufstehen kann. Dank eines sicher hinterlegten Schlüssels gelangen die Mitarbeitenden von ProVita Assist in die Wohnung, wenn Sie die Tür nicht mehr selbst öffnen können.

ProVita Assist,
Hausnotruf weiter gedacht.

Die schnelle Hilfe bei kleineren Notfällen – jederzeit, auch wenn Angehörige nicht erreichbar sind.

✓ Jederzeit erreichbar
✓ Alle Einsätze inklusive
✓ Innerhalb von 45 Minuten vor Ort
✓ Sichere Schlüsselhinterlegung

Picture of Redaktion ProVita
Redaktion ProVita

Das Online-Magazin von ProVita ist eine führende Informationsplattform rund ums Älter werden. Es bietet fundierte Artikel aus Bereichen wie Gesundheit, Pflege, Freizeit, Finanzen und Sicherheit, um das selbstbestimmte Leben im Alter zu unterstützen und bereichern.

Schlagwörter: ,
Diesen Artikel teilen

Weitere aktuelle Artikel

Rutschiges Laub, dunkle, nasse Straßen. Der Herbst birgt einige Gefahren für Senioren. Mit diesen Tipps kommen ältere Menschen sicher durch den Herbst!

Die Eltern haben endlich einen Hausnotruf? Viele Angehörige sind sich gar nicht bewusst, dass sie nun rund um die Uhr erreichbar sein und helfen müssen. Eine enorme Belastung für Fürsorgende. Doch es gibt einen Weg, um das Problem zu lösen.

Die geplante Pflegereform 2027 könnte für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einiges verändern. Pflegegeld, Pflegegrade und neue Pflegebudgets stehen auf dem Prüfstand. Was bedeutet das für die häusliche Pflege und wie können sich Betroffene darauf vorbereiten?

Kontakt

Sie benötigen mehr Informationen zur Pflegeberatung? Dann einfach Formular ausfüllen, absenden und unser Partner hallo.care setzt sich mit Ihnen in Verbindung.

Datenschutz

HINWEIS: Bei einem Klick auf den Button SENDEN kommt es nicht zu einem Vertragsabschluss.

Kontakt

Benötigen Sie weitere Informationen zu ProVita Assist? Dann einfach Formular ausfüllen, absenden und wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung.

Datenschutz

HINWEIS: Bei einem Klick auf den Button SENDEN kommt es nicht zu einem Vertragsabschluss.

Informationsmaterial anfordern!

Informationsmaterial anfordern!

Einfach ausfüllen und 10% Rabatt sichern!​