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Zitternde Hände: Das sind die Ursachen und das hilft!

Eine zitternde Hand hält ein Glas Wasser.

Frieren wir, sind wir aufgeregt oder verängstigt, empfinden wir zitternde Hände als völlig normal. Was aber kann dahinterstecken, wenn uns das Zittern an den Händen regelmäßig und scheinbar ohne Grund heimsucht? Wir sind den Ursachen nachgegangen und was man gegen zitternde Hände tun kann.

Zittrige Hände: Die Ursache

Zitternde Hände können viele Ursachen haben. Nicht nur Kälte, Stress oder Nervosität lösen zittrige Hände aus, auch Nebenwirkungen von Medikamenten wie Antidepressiva oder Mittel gegen Epilepsie und Krankheiten können sich dahinter verbergen. Eigentlich ist Zittern (medizinisch: Tremor) eine normale Aktion des Körpers. Unsere Muskeln zittern stets ein kleines bisschen, ohne dass wir das bemerken. Dieses physiologische Zittern kann sich verstärken und sichtbar werden, beispielsweise bei Kälte. Auch vor Angst, Aufregung oder Erschöpfung können bildlich gesprochen und im Wortsinn „die Knie zittern“. Koffein oder Nikotin im Übermaß lösen die Reaktion zuweilen ebenfalls aus. Die unbeabsichtigte Muskelbewegung kann aber auch krankheitsbedingt sein. Dann sollte man einen Arzt aufsuchen, welcher versucht die Ursache der zittrigen Hände herauszubekommen. „Zur Bestimmung der Ursache von Zittern ist unter anderem entscheidend, welche Frequenz die Zitterbewegung hat, d.h. wie oft sie pro Sekunde erfolgt. Ebenso spielt es eine Rolle, wann sie auftritt, zum Beispiel in Ruhe, in der Bewegung oder beim Halten“, erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). „Beim essentiellen Tremor kommt es typischerweise zu 6 bis 12 Zitterbewegungen pro Sekunde – besonders häufig beim Vorstrecken der Hände und dem Halten von Gegenständen. Das Zittern bei einer Parkinson-Erkrankung hat hingegen meist eine Frequenz von 4 bis 6 und tritt in Ruhe am stärksten auf. Zudem sind beim essentiellen Tremor meist beide Hände bzw. Beine betroffen, wohingegen der Tremor bei Parkinson-Erkrankung in der Regel einseitig beginnt“, so Dr. Curt Beil. Oft werden zitternde Hände mit Parkinson-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dabei sind fünf Prozent der über 65-Jährigen von einem essentiellen Tremor betroffen. Von denen zirka 60 Prozent, der Hinweise auf eine Vererbung vorliegt. Bei jedem zehnten Patienten über 50 Jahren lässt sich das Zittern auf eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Nierenerkrankung oder Nervenstörung aufgrund eines Diabetes zurückführen.

Bei welcher Krankheit Zittern die Hände?

Mindestens jeder Hundertste leidet in Deutschland unter einem essenziellen Tremor, das heißt einem Zittern ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung. Diese Form des Zitterns ist zwar störend, aber harmlos.

 

Ein Ärzteteam lächelt in die Kamera
Um den Ursachen für das Zittern der Hände auf den Grund zu gehen, sollten Sie auf jeden Fall ihren Hausarzt aufsuchen.

 

Wird das Zittern stärker, je mehr Sie sich mit den Händen einem Ziel – etwa einem Trinkbecher – nähern, könnte dies ein Anzeichen für Multiple Sklerose sein. Aber auch bei Alkoholvergiftungen und Schädigungen des Kleinhirns zeigen sich diese Symptome. Eine schwerere Ursache ist die Krankheit Parkinson, die ebenfalls zittrige Hände verursacht. Folgende Krankheitsbilder können zu zitternden Händen führen:

  • Multiplen Sklerose
  • Epilepsie
  • Morbus Wilson
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Unterzuckerung infolge einer Diabetes-Erkrankung
  • Stress, eine nervliche Überlastung oder auch Angstzustände
  • Stoffwechselerkrankungen, wie eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Nährstoffmängel, zum Beispiel ein Vitamin B-12 oder Kalzium-Mangel
  • Schlaganfälle
  • Medikamente oder der Entzug von Medikamenten
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie damit verbundene Entzugserscheinungen
  • Vergiftungen
  • Parkinson

 

Zittrige Hände: Der Kreislauf

Wenn Sie schnell aufstehen und einen eher niedrigen Blutdruck haben, kann es sein, dass Ihnen schwindelig wird und die Hände zittern. In diesem Fall ist das Zittern der Hände Anzeichen für eine Schwäche des Kreislaufs. Hier hilft viel trinken und den Kreislauf sanft in Schwung bringen. Allgemein sollten Sie immer darauf achten, dass Sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

Welcher Vitamin-Mangel bei Zitternde Hände?

Zitternde Hände können Hinweis auf einen Mangel unterschiedlicher Stoffe sein. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung zum Beispiel beim Fasten Auslöser für den kurzzeitigen Tremor. Darüber hinaus können Störungen des Calcium- oder Magnesiumhaushaltes sowie Vitamin B12 und Vitamin-D-Mangel Händezittern verursachen. Eine gesunde Ernährung aus Getreideprodukten, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Mineralwasser, grünes Gemüse, Trockenfrüchte, Milch- und Käse- Produkten, sowie Fisch und Fleisch lassen die Störung des Calcium- oder Magnesiumhaushaltes wieder beheben. Vitamin B12 findet sich in Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Eier und Milchprodukten. Bei Vitamin-D Mangel sollten Sie vermehrt nach draußen gehen. Besonders bei sonnigem Wetter. Weiterhin kann unwillkürliches Zittern oder Muskelschwäche sowie geistige Verlangsamung auf den sehr seltenen Vitamin-E Mangel hinweisen. Dieser lässt sich mit Sonnenblumenöl, Mandeln und Vollkornprodukten wieder ausgleichen.

 

Zitternde Hände im Alter

Im fortgeschrittenen Alter bemerken viele Senioren, dass ihre Hände oft Zittern. Allerdings brauchen sie nicht gleich eine schwere Krankheit zu befürchten. Dennoch ist es gerade bei Senioren wichtig, dass sie der Ursache des Handzitterns auf den Grund gehen. Niedriger Blutzucker, Müdigkeit, Stress und Angstzustände sind dafür bekannt, dass sie das Zittern bei Senioren beschleunigen oder auslösen. Außerdem sollten Sie Ihren Medikamentenschrank überprüfen, da eine Vielzahl von Medikamenten wie Stimmungsstabilisatoren oder gegen Krampfanfälle zu zittern beitragen kann.

 

Eine Frau liegt in ihrer Wohnung am Boden und ruft nach Hilfe.
Zitternde Hände können im Alter auch erste Anzeichen für eine Unterzuckerung sein und damit zu einem Sturz führen.

 

Wichtig zu wissen: Manche Antidiabetika (Arzneimittel, die zur Behandlung des Diabetes mellitus eingesetzt werden) können bei unzureichender Kohlenhydratzufuhr zur Unterzuckerung und damit zu Stürzen führen. Symptome einer solchen Unterzuckerung sind unter anderem beginnender Heißhunger, Schwitzen und Zittern der Hände. Bei diesen Symptomen hilft die Zufuhr schnell freisetzender Einfachzucker wie Traubenzucker. Anschließend sollten Sie ihren Blutzucker messen. Besonders problematisch ist die Kombination von Antidiabetika mit Betablockern, da diese das Zittern der Hände verschleiern können. 30 bis 40 Prozent aller Stürze sind vermeidbar. Voraussetzung ist jedoch, dass das individuelle Sturzrisiko erkannt und Maßnahmen zur Prävention des Sturzes und Verhinderung von Verletzungen eingeleitet werden.

 

Was kann ich gegen zittrige Hände tun?

In erster Linie gilt: Gehen Sie der Ursache für Ihr Zittern auf den Grund und denken Sie nicht gleich an das Schlimmste. Sollten Ihre Hände zittern, ergreifen Sie vorbeugende Maßnahmen: Bei psychischer Belastung und Stress: Gönnen Sie sich etwas mehr Ruhe und vermeiden Sie möglichst Stress. Haben Sie das Gefühl, Ihren Alltagsstress oder andere aktuelle psychische Belastungen nicht bewältigen zu können, kann auch ein Besuch beim Psychiater helfen. Auf Ernährung achten: Achten Sie auch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Gerade, wenn Vitaminmangel für zitternde Hände verantwortlich ist. Treiben Sie Sport: Betätigen Sie sich sportlich, denn dies trägt auch zur Prävention anderer Tremor-Krankheiten bei. Vermeiden Sie Alkohol und Kaffee: Natürlich kann auch ein erhöhter Konsum von Alkohol oder Kaffee zu Zittererscheinungen führen. In diesem Fall sollten Sie den Konsum einschränken. Machen Sie eine Ergotherapie: Mit Hilfe der Ergotherapie können Patienten Kompensationsstrategien erlernen, um das Essen und Trinken sowie Schreiben zu verbessern. Ist Ihr Zittern pathologischen Ursprungs, schaffen mitunter Medikamente Abhilfe: Betablocker oder Botulinumtoxin werden von Ärzten beispielsweise eingesetzt, um derartige Symptome zu behandeln. Auch Pflanzen wie Baldrian und Melisse wirken beruhigend.

 

Mit dem Zittern leben lernen

Ein Mann hält mit zwei Händen seinen Suppenlöffel und versucht diesen zu seinen Mund zu führen. Vor ihm ein Teller Suppe.
Mit zitternden Händen leben lernen. Es ist halt so, wie es ist.

 

Bei zitternden Händen sollten Sie sich vielleicht im Klaren sein, dass die Erkrankung zwar nicht mehr verschwindet, letztlich aber harmlos ist. Auch sollten Sie offen damit umgehen und nicht versuchen sie zu verbergen. Wenn Ihr Bekanntenkreis Bescheid weiß, kann ihr Leben dadurch viel leichter werden. Denn in der Regel reagiert dieser positiver als gedacht und gehen damit offen um. Frei nach dem Motto: Es ist halt so, wie es ist. Wenn Sie dies beherzigen können Sie mit ihren Freunden ausgehen, zusammen Fußball gucken und dabei statt aus einem Glas besser aus der Flasche trinken oder beim Essen anstelle der Gabel den Löffel benutzen.

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